Glazialmorphologie
Gletscher haben seit mehreren zehntausend Jahren zur Formung der Berglandschaften beigetragen.
Derzeit ziehen sie sich zurück, doch die Spuren ihrer früheren Ausdehnung sind im Gelände noch sichtbar.
Aktivitäten für Schulen
6.1 Gletscher-Surges
3.3 Glaziolakustrine Ablagerungen
Die glaziolakustrine Sedimentation betrifft Seen, die von der Gletscherdynamik beeinflusst werden (Abb. 1). Dieser Einfluss kann direkt sein, wenn sich ein See (noch) in direktem Kontakt mit dem Gletscher befindet (Eisrandsee), oder indirekt, wenn ein See mit Gletscher-Schmelzwasser gespeist wird.
4.4 Eiszeiten im Pleistozän
Im Pleistozän, zwischen 2,6 Millionen Jahren und 11’650 Jahren vor heute, folgten etwa 20 Eiszeiten aufeinander, unterbrochen von ebenso vielen Zwischeneiszeiten. Während des letzteiszeitlichen Maximums (LGM), zwischen 27’000 und 22’000 Jahren cal BP, war ein grosser Teil der Schweiz von Gletschern bedeckt. Während des darauffolgenden generellen Gletscherrückzugs (vom Mittelland in die Alpen) im Spätglazial (zwischen 19.000 und 11.650 vor heute) gab es noch einige Phasen mit erneuten, vergleichsweise kleineren Gletschervorstössen, bevor sich die Gletscher weiter zurückzogen und im Holozän (von 11′ 650 Jahren cal BP bis heute) generell Ausdehnungen ähnlich der heutigen erreichten.
5.5 Nutzung von Gletschereis
Bevor der Kühlschrank erfunden und auf den Markt gebracht wurde, wurden Lebensmittel durch natürliches Eis, Schnee und die Nutzung kühler Standorte haltbar gemacht. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Eis von einigen Schweizer Gletschern und Seen bis in die Grossstädte der Nachbarländer transportiert.
4.5 Gletscherschwankungen im Holozän
Das Holozän (11’650 Jahre cal BP bis heute) war relativ warm und klimatisch vergleichsweise stabil. Zwar gab es einige Gletscherschwankungen, doch waren diese im Vergleich zu den Vorstössen des Spätglazials sehr begrenzt und auf die hochalpinen Täler beschränkt. Eine besonders kalte Periode, die als Kleine Eiszeit bezeichnet wird, ereignete sich zwischen 1350 und 1850 n. Chr. (Abb. 1).
6.3 Entleerung von Gletscherseen und Wassertaschen
Gletscher-Schmelzwasser fliesst nicht immer ruhig ab. Gletscherseen und glaziale Wassertaschen, welche sich plötzlich entleeren, können sich im Gletschervorfeld, auf dem Gletscher, an dessen Rändern oder am Gletscherbett bilden.
4.3 Eiszeiten vom Präkambrium bis und mit Quartär
Die Erde, deren Klimageschichte generell wärmer war als heute, hat mindestens fünf Eiszeiten erlebt. Ein wichtiger Faktor für diese weltweiten Abkühlungen ist die Plattentektonik, die die Lage der Kontinente auf dem Globus verändert.
2.2 Mikroformen der glazialen Erosion
Die Gletschererosion (siehe Factsheet Gletscher 2.1) wirkt auf verschiedenen Skalen. Auf Felsen, die mit dem Eis in Kontakt gekommen sind, findet man Mikroformen, die von der Richtung und dem Verlauf der Gletscherbewegung zeugen.
5.4 Gletscher und Tourismus: Akteur:innen alpiner Landschaften
Gletscher üben eine starke Anziehungskraft auf Touristen aus. Sie kommen in Scharen, um Gletscher zu sehen und zu berühren, auf ihren Hängen Ski zu fahren oder einfach nur die alpine Landschaft zu bewundern. Der allgemeine Trend der schwindenden Alpengletscher bleibt nicht ohne Folgen für die Landschaft und den Tourismus.
6.4 Paraglaziale Prozesse
Als Folge des Gletscherschwundes kommt es zu geomorphologischen Anpassungsprozessen um und innerhalb der Gletschervorfelder. Diese Prozesse sind gekennzeichnet durch die Remobilisierung von Lockermaterial oder die Bewegung von Hängen infolge der Entlastung. In manchen Fällen kann dadurch Infrastruktur gefährdet sein und eine Überwachung oder Sicherung der betroffenen Gebiete kann erforderlich werden.
