Glazialmorphologie

Gletscher haben seit mehreren zehntausend Jahren zur Formung der Berglandschaften beigetragen.

Derzeit ziehen sie sich zurück, doch die Spuren ihrer früheren Ausdehnung sind im Gelände noch sichtbar.

1.3 Morphologie der Gletscher

Die Gletscher der Erde sind sind bezüglich unterschiedlicher Charakteristika so vielfältig, dass für deren Beschreibung verschiedene Klassifizierungsarten verwendet werden. Die klassische Typologie basiert auf ihrer Form (Eiskappe, Talgletscher, Kargletscher usw.), aber sie können auch nach ihrer Dynamik klassifiziert werden (Hängegletscher, regenerierter Gletscher, stark schuttbedeckter Gletscher usw.).

5.4 Gletscher und Tourismus: Akteur:innen alpiner Landschaften

Gletscher üben eine starke Anziehungskraft auf Touristen aus. Sie kommen in Scharen, um Gletscher zu sehen und zu berühren, auf ihren Hängen Ski zu fahren oder einfach nur die alpine Landschaft zu bewundern. Der allgemeine Trend der schwindenden Alpengletscher bleibt nicht ohne Folgen für die Landschaft und den Tourismus.

2.3 Makroformen der glazialen Erosion

Glaziale Makroformen sind auf regionaler Skala zu beobachten: Sie prägen die Alpentäler und sind der Ursprung bestimmter Bergseen.

4.7 Gletscher und Klimawandel: Zukunftsperspektiven

Für die nahe Zukunft wird erwartet, dass die Schweizer Gletscher aufgrund des Anstiegs der globalen Temperaturen weiter schrumpfen werden. Gemäss Daten des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) wird geschätzt, dass die globalen Jahresdurchschnittstemperaturen bis 2100 – je nach Szenario – um bis zu 4,8°C ansteigen könnten (siehe Factsheet Gletscher 4.6). In den Schweizer Alpen würde der Temperaturanstieg im Vergleich zur Entwicklung der globalen Jahresdurchschnittstemperaturen ungefähr doppelt so hoch ausfallen. Ein Temperaturanstieg von fast 5°C würde einem Anstieg der Gleichgewichtslinie der Gletscher um etwa 800 Meter entsprechen, was zu einem allmählichen Verschwinden der Alpengletscher führen würde (Abb. 1).

1.2 Gletscherdynamik

Eis ist ein Material, das sich unter seinem eigenen Gewicht verformt. Daher ist es normal, dass Gletscher, die hauptsächlich aus Eis bestehen, talabwärts fliessen. Selbst wenn sich ein Gletscher zurückzieht, fliesst das Eis weiter talabwärts. Weitere Faktoren, die die Gletscherdynamik beeinflussen, beinhalten das Temperaturregime des Gletschers sowei topografische Gegebenheiten.

4.1 Die Eiszeittheorie: Geschichte in Kürze

Die Eiszeittheorie wurde zwischen 1840 und 1841 wissenschaftlich formuliert. Dabei handelt es sich um eine auf Feldbeobachtungen basierende Theorie, die besagt, dass Gletscher in der Vergangenheit größere Ausdehnungen hatten als heute.

2.1 Glaziale Erosionsprozesse

Eis wirkt erosiv: Es verändert mechanisch und chemisch den felsigen Untergrund, über den es fliesst.

5.2 Gletscherarchäologie

Die Entdeckung archäologischer Überreste auf den vom Eis freigegebenen Pässen liefert wichtige Informationen sowohl über die Geschichte der Besiedlung der grossen Alpentäler als auch über die Ausdehnung der Gletscher in der Vergangenheit.

3.1 Glaziale Ablagerungen

Die glaziale Akkumulation umfasst Ansammlungen von Lockermaterial, dessen Transport und Ablagerung vom Vorhandensein eines Gletschers abhängen. Glazigene Sedimente kommen in Form von relativ losen Ansammlungen von Lockermaterial vor, die mehrere hundert Meter dick sein können, oder als Reliefform, die in der Regel die Umrisse eines stationären Gletschers abgrenzt.

4.6 Die Kleine Eiszeit und die darauffolgende globale Erwärmung

Zwischen dem frühen 14. Jahrhundert und dem späten 19. Jahrhundert kühlten vom nordatlantischen Klima beeinflusste Gebiete merklich ab. In Europa dauert diese Abkühlung von 1350 bis 1850 an. Die meisten Alpengletscher stossen in dieser Zeit vor. Diese im Nachhinein als Kleine Eiszeit bezeichnete Zeitspanne ist in den Alpen gut dokumentiert. Grund dafür sind gebildete Menschen, die sich dort niedergelassen hatten und verschiedene Zeugnisse (Gemälde, Holz-/Kupferstiche, Erzählungen) hinterliessen. Seit dem Ende der Kleinen Eiszeit erwärmt sich das Klima weltweit und die Gletscher verlieren rasch an Fläche.