Glazialmorphologie

Gletscher haben seit mehreren zehntausend Jahren zur Formung der Berglandschaften beigetragen.

Derzeit ziehen sie sich zurück, doch die Spuren ihrer früheren Ausdehnung sind im Gelände noch sichtbar.

3.1 Glaziale Ablagerungen

Die glaziale Akkumulation umfasst Ansammlungen von Lockermaterial, dessen Transport und Ablagerung vom Vorhandensein eines Gletschers abhängen. Glazigene Sedimente kommen in Form von relativ losen Ansammlungen von Lockermaterial vor, die mehrere hundert Meter dick sein können, oder als Reliefform, die in der Regel die Umrisse eines stationären Gletschers abgrenzt.

5.2 Gletscherarchäologie

Die Entdeckung archäologischer Überreste auf den vom Eis freigegebenen Pässen liefert wichtige Informationen sowohl über die Geschichte der Besiedlung der grossen Alpentäler als auch über die Ausdehnung der Gletscher in der Vergangenheit.

1.4 Formen der Eisdeformation an der Gletscheroberfläche

Gletscher bestehen aus Eis, das ein plastisches Material ist, aber sie liegen meist auf einem felsigen Untergrund auf, der sich nicht verformt. Durch die Reibung zwischen Eis und Fels entstehen Brüche oder «Gletscherspalten». Diese Spalten, die bis zu 50 m tief sein können, stellen eine Gefahr für Bergsteiger dar, die sich auf der Oberfläche von Gletschern bewegen.

4.8 Auswirkungen des Klimawandels auf die alpine Umwelt

Durch die globale Erwärmung verändert sich die alpine Umwelt. Diese Veränderungen erhöhen die Umweltrisiken, bringen aber auch positive Effekte mit sich.

6.4 Paraglaziale Prozesse

Als Folge des Gletscherschwundes kommt es zu geomorphologischen Anpassungsprozessen um und innerhalb der Gletschervorfelder. Diese Prozesse sind gekennzeichnet durch die Remobilisierung von Lockermaterial oder die Bewegung von Hängen infolge der Entlastung. In manchen Fällen kann dadurch Infrastruktur gefährdet sein und eine Überwachung oder Sicherung der betroffenen Gebiete kann erforderlich werden.

2.2 Mikroformen der glazialen Erosion

Die Gletschererosion (siehe Factsheet Gletscher 2.1) wirkt auf verschiedenen Skalen. Auf Felsen, die mit dem Eis in Kontakt gekommen sind, findet man Mikroformen, die von der Richtung und dem Verlauf der Gletscherbewegung zeugen.

4.6 Die Kleine Eiszeit und die darauffolgende globale Erwärmung

Zwischen dem frühen 14. Jahrhundert und dem späten 19. Jahrhundert kühlten vom nordatlantischen Klima beeinflusste Gebiete merklich ab. In Europa dauert diese Abkühlung von 1350 bis 1850 an. Die meisten Alpengletscher stossen in dieser Zeit vor. Diese im Nachhinein als Kleine Eiszeit bezeichnete Zeitspanne ist in den Alpen gut dokumentiert. Grund dafür sind gebildete Menschen, die sich dort niedergelassen hatten und verschiedene Zeugnisse (Gemälde, Holz-/Kupferstiche, Erzählungen) hinterliessen. Seit dem Ende der Kleinen Eiszeit erwärmt sich das Klima weltweit und die Gletscher verlieren rasch an Fläche.

1.1 Der Gletscher als hydroklimatisches System

Ein Gletscher kann als hydroklimatisches System (natürliches System, welches eine klimatische und hydrologische Komponente umfasst) betrachtet werden. Die Entstehung und Persistenz von Gletschern ist stark von klimatischen Faktoren abhängig, hauptsächlich von Niederschlag (Schnee) und Temperatur, aber auch von Wind, Sonneneinstrahlung (Gesamtheit der von der Sonne emittierten elektromagnetischen Strahlung), Luftfeuchtigkeit und Regen. Die Morphologie eines Gletschers hängt auch von der Topografie (Relief) ab.

5.4 Gletscher und Tourismus: Akteur:innen alpiner Landschaften

Gletscher üben eine starke Anziehungskraft auf Touristen aus. Sie kommen in Scharen, um Gletscher zu sehen und zu berühren, auf ihren Hängen Ski zu fahren oder einfach nur die alpine Landschaft zu bewundern. Der allgemeine Trend der schwindenden Alpengletscher bleibt nicht ohne Folgen für die Landschaft und den Tourismus.

4.3 Eiszeiten vom Präkambrium bis und mit Quartär

Die Erde, deren Klimageschichte generell wärmer war als heute, hat mindestens fünf Eiszeiten erlebt. Ein wichtiger Faktor für diese weltweiten Abkühlungen ist die Plattentektonik, die die Lage der Kontinente auf dem Globus verändert.