Glazialmorphologie

Gletscher haben seit mehreren zehntausend Jahren zur Formung der Berglandschaften beigetragen.

Derzeit ziehen sie sich zurück, doch die Spuren ihrer früheren Ausdehnung sind im Gelände noch sichtbar.

4.1 Die Eiszeittheorie: Geschichte in Kürze

Die Eiszeittheorie wurde zwischen 1840 und 1841 wissenschaftlich formuliert. Dabei handelt es sich um eine auf Feldbeobachtungen basierende Theorie, die besagt, dass Gletscher in der Vergangenheit größere Ausdehnungen hatten als heute.

4.8 Auswirkungen des Klimawandels auf die alpine Umwelt

Durch die globale Erwärmung verändert sich die alpine Umwelt. Diese Veränderungen erhöhen die Umweltrisiken, bringen aber auch positive Effekte mit sich.

1.5 Vergletscherte Felswände und Hängegletscher

Glaziale Prozesse kommen auch an vertikalen Felswänden vor. Damit das Eis an einer Steilwand haften bleibt, muss diese das ganze Jahr über gefroren sein. Wenn sich die klimatischen Bedingungen ändern und die Felswand wärmer wird, kann das Eis vergletscherter Felswände oder können Hängegletscher verschwinden. Das so freigelegte Gestein ist nicht mehr vor Erosion geschützt, was zu Steinschlag führt.

4.4 Eiszeiten im Pleistozän

Im Pleistozän, zwischen 2,6 Millionen Jahren und 11’650 Jahren vor heute, folgten etwa 20 Eiszeiten aufeinander, unterbrochen von ebenso vielen Zwischeneiszeiten. Während des letzteiszeitlichen Maximums (LGM), zwischen 27’000 und 22’000 Jahren cal BP, war ein grosser Teil der Schweiz von Gletschern bedeckt. Während des darauffolgenden generellen Gletscherrückzugs (vom Mittelland in die Alpen) im Spätglazial (zwischen 19.000 und 11.650 vor heute) gab es noch einige Phasen mit erneuten, vergleichsweise kleineren Gletschervorstössen, bevor sich die Gletscher weiter zurückzogen und im Holozän (von 11′ 650 Jahren cal BP bis heute) generell Ausdehnungen ähnlich der heutigen erreichten.

4.7 Gletscher und Klimawandel: Zukunftsperspektiven

Für die nahe Zukunft wird erwartet, dass die Schweizer Gletscher aufgrund des Anstiegs der globalen Temperaturen weiter schrumpfen werden. Gemäss Daten des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) wird geschätzt, dass die globalen Jahresdurchschnittstemperaturen bis 2100 – je nach Szenario – um bis zu 4,8°C ansteigen könnten (siehe Factsheet Gletscher 4.6). In den Schweizer Alpen würde der Temperaturanstieg im Vergleich zur Entwicklung der globalen Jahresdurchschnittstemperaturen ungefähr doppelt so hoch ausfallen. Ein Temperaturanstieg von fast 5°C würde einem Anstieg der Gleichgewichtslinie der Gletscher um etwa 800 Meter entsprechen, was zu einem allmählichen Verschwinden der Alpengletscher führen würde (Abb. 1).

6.4 Paraglaziale Prozesse

Als Folge des Gletscherschwundes kommt es zu geomorphologischen Anpassungsprozessen um und innerhalb der Gletschervorfelder. Diese Prozesse sind gekennzeichnet durch die Remobilisierung von Lockermaterial oder die Bewegung von Hängen infolge der Entlastung. In manchen Fällen kann dadurch Infrastruktur gefährdet sein und eine Überwachung oder Sicherung der betroffenen Gebiete kann erforderlich werden.

4.5 Gletscherschwankungen im Holozän

Das Holozän (11’650 Jahre cal BP bis heute) war relativ warm und klimatisch vergleichsweise stabil. Zwar gab es einige Gletscherschwankungen, doch waren diese im Vergleich zu den Vorstössen des Spätglazials sehr begrenzt und auf die hochalpinen Täler beschränkt. Eine besonders kalte Periode, die als Kleine Eiszeit bezeichnet wird, ereignete sich zwischen 1350 und 1850 n. Chr. (Abb. 1).

5.4 Gletscher und Tourismus: Akteur:innen alpiner Landschaften

Gletscher üben eine starke Anziehungskraft auf Touristen aus. Sie kommen in Scharen, um Gletscher zu sehen und zu berühren, auf ihren Hängen Ski zu fahren oder einfach nur die alpine Landschaft zu bewundern. Der allgemeine Trend der schwindenden Alpengletscher bleibt nicht ohne Folgen für die Landschaft und den Tourismus.

1.4 Formen der Eisdeformation an der Gletscheroberfläche

Gletscher bestehen aus Eis, das ein plastisches Material ist, aber sie liegen meist auf einem felsigen Untergrund auf, der sich nicht verformt. Durch die Reibung zwischen Eis und Fels entstehen Brüche oder «Gletscherspalten». Diese Spalten, die bis zu 50 m tief sein können, stellen eine Gefahr für Bergsteiger dar, die sich auf der Oberfläche von Gletschern bewegen.

6.1 Gletscher-Surges

Einige Gletscher zeichnen sich durch starke Schwankungen in ihrer Fliessgeschwindigkeit aus: Sie wechseln zwischen «Ruhephasen» und Vorstossphasen.